Matcha hat die Welt erorbert. Der Tee wird gerne in Verbindung mit Milch und Zucker in den USA, in Dubai, Südostasien und natürlich auch in Deutschland getrunken. Social Media sei Dank ist die Nachfrage derart gestiegen, dass die japanischen Bauern sie nur noch schwierig befriedigen können. Letztes Jahr war der Matcha sogar in Japan ausverkauft. Wie kommt’s?
Im Rahmen einer ZDF-Produktion durfte ich als Fixerin mit dem Team direkt bei den Herstellern nachfragen. Wie wirkt sich der rasante Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Matcha-Grüntee auf sie aus?
Wir waren dafür in dem berühmtesten Teegebiet für Matcha, in Uji. Dort wird auch ein Großteil des japanischen Matchas der Güteklasse „Ceremonial Grade“ hergestellt. Inzwischen ist das auch ein sehr begehrtes Souvenir.
Von Matcha lässt sich nicht einfach mehr herstellen
Alle, die in der Matcha-Herstellung verwickelt sind, meinten einhellig: Sie können nicht einfach mehr produzieren. Zuerst ginge eines vor: Der Geschmack. Und dafür müsste der aufwändige Prozess beibehalten werden, den man nicht einfach skalieren kann.
Tatsächlich braucht eine Teepflanze bis zur Verarbeitung zu Matcha etwa sechs Jahre. Das ist lange angesichts des relativ noch jungen Matcha-Booms. Natürlich gibt es jetzt immer mehr Bauern, die umsatteln. Es gibt auch Matcha minderer Qualität aus Japan, der nicht so aufwändigen Prozessen unterliegt.
Aber jeder möchte den richtig teuren Matcha haben. Dabei müsste das für Matcha-Latte gar nicht sein. In Japan wird der teuerste Matcha nicht für Matcha-Latte und Co. verwendet, sondern eigentlich für die Teezeremonie, ein stark ritualisiertes Teetrinken mit Gästen.

Warum ist Matcha so aufwändig?
Zuerst muss die Pflanze nämlich beschattet werden. Die Teepflanze selbst bleibt bei allen Tees dieselbe, nur die Anbaumethoden und die Weiterverarbeitung unterscheiden sich. Matcha zählt zu den Grüntee-Sorten, die mit am aufwändigsten sind.
Während die Teepflanze beschattet wird, steht sie unter Stress. Daher muss genau darauf geachtet werden, wann beschattet wird und wann nicht. Auch die Ernte muss genau getimed sein. Generell ist sie im April und Mai.
Uji ist außerdem eine dicht besiedelte Gegend. Kein Wunder, dass man nicht so einfach neue Teefelder aus dem Boden stampfen kann. Weniger besiedelt ist dagegen Kagoshima. Dort gibt es mehr Großbauern, die flexibler auf die Nachfrage reagieren können.

Es gibt leider auch zunehmend Fake-Produkte
Aber so viel sie sich auch anstrengen, Teefelder umzustellen, die Nachfrage ist so groß, dass sie nicht gedeckt werden kann. Daher gibt es viele Fake-Produkte, vor allem aus China. Der Fake geht sogar soweit, dass man die Produkte als Laie kaum von den originalen Matcha-Pulvern aus Uji unterscheiden kann. Jedenfalls nicht äußerlich. Wer schon einmal einen Matcha Latte getrunken hat, der schmeckt sofort, dass es sich um sehr schlechte Qualität handelt.
Wer mehr darüber wissen möchte, der muss sich noch ein wenig gedulden. Die Dokumentation zu Matcha kommt im Herbst unter der Reihe „Genuss mit Beigeschmack“.

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