Wieder auf Bären-Jagd

Wieder auf Bären-Jagd

Ich bin mit dem Korrespondenten der FAZ, Tim Kanning, auf Bären-Suche gegangen. Japan hat die Jagd auf Bären wieder erlaubt, nach Jahrzehnten des Verbots ein eindeutiges Signal.

Japan hat für Jäger wieder erlaubt, auf Bären zu schießen. Manche Bärenarten sind in Japan zwar bedroht, aber wegen veränderter Lebensumwelten kommen sie zunehmend in Wohngegenden. Zum Beispiel im Mai in Hachioji, einer Stadt ganz am Rande von Tokyo.

Wir sind dort hingefahren und haben uns das angesehen. Ein Bär wurde in der Nähe einer Grundschule gesehen. Die Schüler wurden daher mit Glöckchen zur Abschreckung und Anti-Bären-Spray ausgestattet. Und das ist nicht die einzige Sichtung.

Gottseidank ist in Hachioji nicht viel passiert. In anderen Städten in Japan haben Bären in Gebäude eingebrochen. Einer soll sogar einen Wasserhahn geöffnet haben. Ein anderer eine Türklinke.

Fakt ist jedenfalls, dass noch nie so viele Menschen von Bären angefallen wurden. Das ist ein echtes Problem.

Dabei sind Wissenschaftler in Japan vorsichtig, das mit dem Klimawandel zusammenzubringen. Es fehlten hinreichende Beweise. Dabei fehlen Futterquellen in den Bergen – und das wegen der heißeren Temperaturen. Sie kommen daher in die Städte.

Hachioji unternimmt einiges, um präventiv gegen die Bären vorzugehen. Sie roden Flußbette, an denen die Bären offenbar ins Tal kommen.

Und sie warnen Bären mit lauten Knallern davor, in Bereiche zu kommen, die von Menschen besiedelt sind. Einer davon ist das touristisch wichtige Schloss von Hachioji, das auch gerne von Wanderern besucht wird.

Wir haben einen Verantwortlichen begleitet, der dreimal am Tag laute Knaller platzen lässt. So warnen sie Bären davor, zum Schloss zu kommen. Vor wenigen Wochen erst wurde einer gesichtet.

Und wir sind noch ein wenig weiter in die Wälder gefahren zu einem Honigverkaufsstand. Bekannterweise mögen Bären Honig. Die Inhaberin hatte erst letztens das erste Mal einen zu Besuch, der über einen Baum zu den umzäunten Honigstöcken geklettert ist und ihre Honigstöcke zerstört hat.

Mehr über unsere Recherche erfahrt ihr hier im Artikel der FAZ von Tim Kanning.